Wer hätte das erwartet?

Wer hätte das erwartet? Wer hätte erwartet, dass die Thomas Sabo IceTigers doch Eishockey spielen können? Es waren am Ende doch viele, die die adipöse Dame nicht in Sicht hatten. Wie wäre es mit Rob Wilson, Mike Flanagan, Martin Jiranek, Thomas Sabo, Marco Pfleger, Patrick Reimer, Jochen Reimer, Phil Dupuis, Brandon Prust, Pavel Groß, Tyler Haskins, mein Vorbild Sebastian Böhm, Patrick Ehelechner, Rick Goldmann, Christian Rupp und dem Twistman?

Alle haben sie an die Kraft und das Talent der Franken geglaubt, auch nach drei verlorenen Spielen in Folge. Auch nach dem die sämtliche DEL und viele Experten aus den Reihen der IceTigers Dauerkarteninhaber Daniel Piechaczek und Marcus Brill Sympathien für die Niedersachsen unterstellt haben. Auch nachdem die wohl professionellste Liga der Welt (Edit: Auch die Schokolade ist wohl nicht die Längste der Welt) keine öffentliche Stellung zu den Vorkomnissen im vierten Spiel dieser Serie nehmen wollte, soll es tatsächlich noch eine Reihe an Menschen auf dieser Erde gegeben haben, die an einen Sieg der IceTigers glaubten – und die am zweiten April nicht enttäuscht wurden.

Das es dann am Ende doch nicht reichen kann, möchte keiner hören – muss auch keiner. Sollten die IceTigers tatsächlich noch besser werden, wird diese fast nie in Torchancen kommende Mannschaft doch noch ein Mal in die ARENA kommen müssen. Man sollte in der verdienten Euphorie aber nie vergessen, dass man hier im Halbfinale der DEL steht. Charly Fliegauf lachte zumindest beim Verlassen der wohl wärmsten Arena Deutschlands, nachdem er freundlich mit „Charly! We’ll see You on Friday again!“ verabschiedet wurde.

Ob wir sie wiedersehen werden oder nicht, steht offen. Ob es an den Schiedsrichtern liegen wird, eher nicht. Das die Zuschauer nach den zwei letzten Spielen besonders aufmerksam verfolgen, was die beiden Herren auf dem Eis laufenlassen und was nicht, war zu erwarten. Das die schon fast unerträgliche Hitze vielen Zuschauern das Verständnis für Eishockey raubt, wiederum nicht. Die Schiedsrichter waren kein Faktor. Sie waren nicht interessant. Sie machten keine auffälligen Fehler – sie ließen auf beiden Seiten viel durch. Viele Zuschauer sahen das anders, randalierten schon fast, als Patrick Reimer und Steven Reinprecht in Checks fuhren. Aber seien wir mal ehrlich: Diese Checks haben auch David Steckel und Brandon Prust präsentiert. Sollte diese Linie auch im nächsten Spiel auf dem Gameplan der vier Schiedsrichter stehen, sollten die IceTigers hier keinerlei Probleme bekommen.

Das war noch nicht alles, was die Niedersachsen im Gepäck haben. Pavel Gross hat zumindest noch etwas in der Tasche. Damit sollte man rechnen. Worüber der Headcoach der Grizzlies nach dem entscheidenden 4:1 von Jesse Blacker nachdachte, werden wir wohl in den ersten Minuten des sechsten Spiels zu sehen bekommen. Man könnte meinen, die Gäste haben nach dem 4:1 schon mit dem Ticketverkauf für das nächste Heimspiel begonnen. Allerdings darf man nicht vergessen, mit welcher Kraft und mit welcher Übersicht die IceTigers die letzten sieben Minuten des Spiels agierten.

Die Worte Thomas Sabos, die im Interview vor dem Spiel motiviert haben, sollten auch für das nächste Spiel motivieren. Gewinnt seine Mannschaft das fünfte Spiel, dreht seine Mannschaft auch die Serie.

Positiv stimmen sollten die Fans die Dominanz, die die IceTigers haben können, wenn sie die volle Kontrolle übernehmen. Skeptisch stimmen könnten zum einen die aus dem Nichts kommenden Torchancen der Wolfsburger und die beachtliche Chancenverwertung, die Geduld, der clevere unsympathische Pavel Gross.

Um Sebastian Böhms „Männer die auf Tiger starren“ abzurunden, möchte Ich ebenfalls meine drei Stars des Spiels präsentieren, ohne Sebastians vorher gesehen zu haben:

Was ist dieser Marco Pfleger für eine Maschine? Viele hatten ihn während der Hauptrunde stark kritisiert, ihn als schlechtesten Spieler auf dem Eis betitelt. Doch seit vielen Spielen präsentiert er ein absolut starkes und wertvolles Eishockey. Ob es sein Überblick ist, seine Ruhe bei entscheidenden Situationen, oder sein Wille. Dieser Marco Pfleger (zusammen mit Brandon Prust) ist ein Spieler, auf den die Wolfsburger in den nächsten zwei Spielen besonders viel Acht geben müssen.

Einer, der tatsächlich von Spiel zu Spiel besser wurde. Einer der keinen Zweikampf verliert, der keinen Fehlpass spielt, der immer mit voller Kraft dabei ist. Das ist Nichlas Torp. Wäre Torp nicht auf dem Eis und hätte er sich nicht für die Thomas Sabo IceTigers entschieden, wäre es wohl nicht so sicher, ob wir immer noch um die Meisterschaft mitspielen würden.

Beim dritten Spieler werden wohl viele den Kopf schütteln: Patrick Reimer. Und immer wieder das Selbe. Trifft er mal ein paar Spiele nicht, werden die vielen Fans in der Arena nervös. Was ist nur los mit dem Kapitän? Warum trifft er nicht? Kann der überhaupt noch Tore schießen? Die Antwort werden wir wohl sehen, wenn es sein muss. Patrick Reimer ist immer noch mit vollen Einsatz dabei. Patrick Reimer ist zur Stelle, wenn die Mannschaft eine eher schwächere Phase im Spiel hat. Patrick Reimer hat nicht nur das Toreschießen drauf, sondern auch das Vorlagengeben. Patrick Reimer weiß, wo Jesse Blacker fährt und Patrick Reimer wird wieder treffen: Wenn er muss und wenn es wieder absolut wichtig ist.

Abschließen möchte Ich mit einem Satz, der wohl nicht nur den Reportern durch den Kopf geht, die bei der schon fast legendären Pressekonferenz dabei waren, sondern auch allen Wolfsburgern. Der Trainer des Jahres, von vielen für den Titel belächelt, kennt unsere Mannschaft. Er wusste, wir kommen stärker zurück und er weiß, dass wir in der Stadt der Autos noch stärker sein werden. Und wenn man Thomas Sabo, Rob Wilson und Sebastian Böhm vertrauen mag: „Bis Freitag, IceTigers Fans!“

[Foto: Birgit Eiblmaier, die tatsächlich beste Fotografin der DEL]

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