Danke, einfach Danke!

Schon wieder hat es nicht sein sollen. Schon wieder müssen sich die THOMAS SABO IceTigers im Halbfinale den Grizzlys Wolfsburg geschlagen geben. Schon wieder müssen sich alle IceTigers Fans einen weinenden  Patrick Reimer im Interview nach dem entscheidenden Spiel antun.

Aber was hätte diese Mannschaft besser machen sollen? Was hätte man im Sommer schon besser machen müssen? Nichts. Einfach nichts. Keiner konnte wissen, dass sich die zwei wichtigsten Verteidiger (Colten Teubert und Milan Jurcina) kurz vor dem Start in die PlayOffs verletzen. Keiner konnte wissen, dass der neue Top – Torschütze Leo Pföderl einen unglücklichen Zusammenstoß im Viertelfinale haben wird und dadurch das Saisonende erleidet.

Thomas Sabo: Wir haben mit den PlayOffs eine neue Saison angefangen, mit drei fehlenden Schlüsselspielern. Wir haben eine spitzenmäßige Hauptrunde gespielt, fangen aber in den PlayOffs mit einem neuen Team an.

Dieses Team hat mehr als ein „Dankeschön“ verdient. Diese Mannschaft hat vielen Fans gezeigt, dass sie zurückkommen kann. Diese Mannschaft hat eine schon fast verlorene Viertelfinalserie zurück nach Nürnberg holen können, um anschließend ins verdiente Halbfinale einzuziehen – obwohl kaum einer daran geglaubt hat.

Wir sind (zu) einfach in diese Halbfinalserie gestartet, mit einem überraschenden 5:1 – Erfolg über die Grizzlys Wolfsburg. Doch was passierte dann? Hatte die Mannschaft keine Kraft mehr? War es wieder das fehlende Glück, die zu schlechte Trefferquote, die uns das (an dieser Stelle auch verdiente) Finale gekostet haben?

Die IceTigers hätten nicht ein einziges Mal in Wolfsburg gewinnen müssen, doch sie verloren dieses eine Heimspiel (höchst unglücklich) nach Verlängerung. Sie fuhren motiviert und voller Kraft in die Stadt der Autos, steckten absolut unvertretbare Schiedsrichterentscheidungen weg und schafften es fast, die Grizzlies und die Schiedsrichter zu schlagen.

Und dann standen sie wieder mit dem Rücken zur Wand. Von manchen Fans schon in den Sommerurlaub verabschiedet (ähnlich wie in der Viertelfinalserie) präsentierten die IceTigers ein absolut perfektes Heimspiel und machten Allen wieder Mut.

Patrick Ehelechner (Telekom Eishockey): Nürnberg hat mich im fünften Spiel deutlich überzeugt. Deswegen glaube Ich, dass es zu einem siebten Spiel kommt.

Das haben alle geglaubt und alle gehofft. Doch am Ende sollte es wieder nicht sein. Die Mannschaft war kraftlos, wirkte schon nach dem zweiten Drittel verzweifelt und konnte einfach nicht mehr.

Und dennoch verdient diese Mannschaft den größten Respekt. Man hat, kurz vor den PlayOffs, Ausfälle verkraftet und ehrenhafte Kämpfe in den PlayOffs geliefert. Natürlich ist es das Ziel, endlich mal die deutsche Meisterschaft nach Nürnberg  zu holen. Dafür wird es nächste Saison eine neue  Möglichkeit geben.

Vor den abschließenden Worten, die drei Stars der Saison:

Das hätte (fast) keiner erwartet. Eine Verpflichtung, bei der keiner an einen solchen Glücksgriff gedacht hat. Wer hätte schon erwartet, dass er schon früh in der Saison, der beste Verteidiger der DEL wird? Einer, der die THOMAS SABO IceTigers schon beim Stars & Skills repräsentieren konnte: Jesse Blacker. Blacker hat Fehler gemacht, doch er spielte auch, als er angeschlagen war und nicht seine volle Leistung bringen konnte (es aber trotzdem immer versuchte). Blacker bekam einige Schläger ins Gesicht und spielte weiter, als wäre nichts. Blacker belohnte sich für seine Leistungen immer wieder mit (oft extrem wichtigen) Toren und Blacker wird (zum Glück) auch in den nächsten Jahren den Nürnbergern erhalten bleiben.

Ein Schuss, ein Tor: Leo Pföderl. Dieser Spieler, den keiner bei Interviews verstehen kann, machte eine großartige Saison. Und diese Saison wäre noch viel besser geworden, wenn er sich nicht an der Schulter verletzt hätte. Vielleicht wäre es Leo Pföderl gewesen, der Felix Brückmann im sechsten Spiel rechtzeitig überwunden hätte. Erfahren werden wir es vielleicht in der nächsten Saison, wenn wir im Halbfinale wieder gegen Pavel Gross antreten dürfen.

Last but not least:  Steven Reinprecht. Wer bei Steven Reinprecht eine Erklärung braucht, hat von Eishockey noch nicht viel verstanden. Das dieser Eishockeygott noch in seinem Alter besser spielt, als die meisten in der DEL, ist bemerkenswert. Dass er den THOMAS SABO IceTigers noch eine weitere Saison erhalten bleibt, ist unbezahlbar.

Und nun? Pause machen und abschalten. Es ist an der Zeit, dass Spieler und Fans neue Kraft tanken. Martin Jiranek wird es im Sommer wieder schaffen und eine ähnlich starke Mannschaft aufs Eis stellen. Die PlayOffs 2018 werden mit Sicherheit lang werden. Grund genug, sich auszuruhen und sich eines klar zu machen:

Wir sind stolz, IceTigers Fans zu sein! 

 

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2 Kommentare

  1. Danke, Jungs! Ihr wart großartig. Jedes Spiel was ich von euch gesehen habe, hat mich begeistert. Ihr habt sogar schon Fans in Wien! meine Freundin und ihre Kids. Freu mich auf ein geiles 2018. Erholt euch mal gut

  2. Die Stadt und der Klub sind längst groß genug, für einen zweiten Blog. Noch dazu für einen solch leidenschaftlich geschriebenen. Chapeau. Vorbilder sollte man allerdings allenfalls kopieren oder zitieren, erwähnen sollte man sich nicht. Dazu ist dein Blog ja auch schon viel zu gut, lieber Oli.
    Es fehlt nur noch ein altväterliches: Weiter so. Wir melden uns. Ganz sicher.
    Sebastian Böhm

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