Das hätte nicht passieren dürfen, oder?

Die Frage, die auf allen sozialen Kanälen hoch und runter läuft: Is it september yet? 

Um die Überschrift zu beantworten und Missverständnisse zu vermeiden: Nein, es ist noch nicht September. September ist dann, wenn es in der Kiste rappelt und die Eisbären (alias Eisbären Kings) versuchen werden, die neue Mannschaft der Thomas Sabo IceTigers zum Saisonauftakt in Grund und Boden zu stampfen.

Bevor wir uns aber damit befassen, sollten wir uns damit beschäftigen, wann die Eisbären überhaupt versuchen werden, die Nürnberger zu schlagen. Oder wann es Mannheim mit Wolfsburg versucht – Krefeld mit München – Iserlohn mit Schwenningen? Probieren sie es am Freitag, Sonntag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag – oder doch am Montag? Beim Anblick des neuen Spielplans könnte vielen Fans, die regelmäßig die Stadien der DEL besuchen, schlecht werden – wurde es auch – sehr sogar.

Krefeld Pinguine: „Der Kooperationsvertrag mit der Telekom wurde von allen Vereinen der DEL gemeinsam beschlossen und beinhaltet neben der erstmaligen Übertragung aller 52 Hauptrundenspiele eines jeden Clubs eben auch entsprechende Werbemaßnahmen im Stadion, aber auch in der Stadt. Davon profitiert nicht nur die Telekom sondern auch jeder Verein selbst (Reichweite, Steigerung der Bekanntheit bei Nicht-Eishockeyfans…). Die Häufung der Spiele unter der Woche hängt im Übrigen mit der langen Pause während der Olympischen Winterspiele zusammen“

Stimmt. Das ist wohl das Vorlagestatement der Deutschen Eishockeyliga und der vierzehn DEL Vereine, die immer noch nicht um den sportlichen Abstieg bangen müssen. Das Telekom Eishockey – Angebot kann tatsächlich erweitert werden. Der gemeine Fan kann sich nach einer Stunde Arbeit einen Monat voller Eishockey leisten; wenn er Telekomkunde ist, sogar nach dem Bezahlen seiner Rechnung. Möchte der Fan aber ein Stadion der DEL aufsuchen, lässt er mindestens 25 Euro pro Person beim Kassenhäuschen liegen – und das pro Spiel. Dazu kommen noch die Preise beim Getränke – und Essenverkauf. Bei vier Heimspielen im Monat kann man sich davon schon fast die komplette Saison der DEL unbeschränkt im TV oder auf der Website ansehen. So oft man will, wann man will und wo man will. Wenn da nicht ein kleines Hinderniss wäre…

Telekom Eishockey: Entschuldigung. Das hätte nicht passieren dürfen.

Keiner kann kritisieren, dass die DEL ab sofort durch einen starken Medienpartner vertreten und präsentiert werden kann. Was wir aber kritisch betrachten sollten sind die dadurch entstandenen Spielpläne: Viele Spiele unter der Woche minimieren die Anzahl von Auswärts – und sogar Heimfans. Das Ergebnis: Deutlich erkennbarer Rückgang der Zuschauerzahlen, Fehlen von wichtigen Einnahmen, Spiele vor leeren Rängen. Aber: Es ist ebenfalls zu erwarten, dass durch die Zusammenarbeit mit der Telekom das Interesse am Eishockey in Deutschland gestärkt wird und mit der Zeit langfristig gesehen deutlich mehr Zuwachs bekommt (so wie es auch in der Welt des Basketballs mit dem selben Medienpartner war). Das finale (erhoffte) Ergebnis: Mit der Zeit wächst die Zielgruppe und mit einer deutlich größeren Zielgruppe wird es auch mehr Interessierte geben, die früher oder später ihren Weg in die Arenen finden und den Zuschauerschnitt nach oben treiben.

kamera1.jpg
Kamaras in Stadien: Fluch oder Segen? (Foto: Allianz Arena)

Ob es Sinn macht oder nicht, ist eine endlose Diskussion zwischen allen Beteiligten und Betroffenen. Doch kann die Telekom überhaupt die Ansprüche der DEL und der kritischen DEL – Fans erfüllen?

Moderatoren und Kommentatoren

Zuschauer sehen die Qualität von Kommentatoren immer total verschieden. Was aber nicht diskutabel ist, ist die Aussprache von Spielernamen. Das die Telekom es innerhalb von ein paar Monaten nicht schafft, mindestens zehn kompetente Kommentatoren aufzufinden, ist verständlich – vor allem in dieser Sportart. Das es im 50. Spieltag immer noch dazu kommt, dass Spielernamen frei erfunden scheinen oder zwei Spieler zu einem verschmelzen, wiederum nicht. Fakt ist: Moderatoren und Kommentatoren mit Qualität sind ein zu großes Manko in der Welt von Telekom Eishockey. Das soll nicht heißen, dass es in Deutschland keine kompetenten und starken Kommentatoren gibt: Rick Goldmann und Sascha Bandermann. Das sind die, an denen sich die Laien orientieren sollten – tun sie aber bislang nicht.

Technik und Qualität

Zu Beginn der Saison hat die Telekom eine solche Wut ausgelöst, dass manche Fans wohl ohne Pause in der Hotline des pinken Giganten hangen (auch gerne Mal 2 Stunden, 31 Minuten und 56 Sekunden) – allerdings ohne Erfolg. Selbst gegen Ende der Saison häuften sich teilweise enorme Beschwerden.

Facebook – User: „Nichts funktioniert, nichts klappt. Was die Frau in der Hotline dazu zu sagen hat? Sie ist nicht über das Angebot Telekom Eishockey informiert. Sie kann keine Auskunft geben. Danke, Telekom Eishockey!“

Man muss der Telekom allerdings lassen, dass sie dieses Probleme gegen Ende der Saison dann doch irgendwie in den Griff bekommen hat und die meisten Fans zufrieden stellen konnte. Die Mitarbeiter des Hotline Services wurden nach ein paar Monaten von allen anrufenden Fans ausreichend gebrieft, das hat sich die Telekom also schon mal gespart. Es bleibt nun also nur noch zu hoffen, dass die Telekom diese Problematik auch in der langen Sommerpause behandelt hat und nicht tatenlos gewartet hat, bis es wieder losgeht. Denn dann würde die Überschrift dieses Eintrags passen: Das hätte nicht passieren dürfen, oder? 

Und für alle die es nicht mehr erwarten können: Es ist zwar noch nicht September, aber es sind immerhin weniger als sechzig Tage bis Saisonstart!

img_8245
Kleine Anspielung auf die Überschrift des Blogs! Foto: HeikoSauerHockeyBlog

1 Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s