„Rangers, Tigers und ein Fox“

Unterschiede – Die Unterschiede zwischen den Herren in Schwarz und den New York Rangers sind relativ deutlich zu erkennen. Während sich Unwissende (Zuschauer, die den rund 12.000 Freikarten verfallen sind und immer Mal wissen wollten, ob es in einer Arena kalt ist [an dieser Stelle: Herzlich Willkommen beim schnellsten Mannschaftssport der Welt]) in den ersten Minuten sicher gefragt haben, ob der Gegner nun Huawei, die Post oder doch die „Rangers aus New York“ ist, konnten sich der Rest der 3300 Zuschauer mit dem Spiel befassen. Für alle, die 12 Stunden nach dem Spiel noch im Dunkeln tappen: Es ist der EHC Kloten. Und der wurde wohl auch vom Sportdirektor unterschätzt, der vor dem Spiel noch an einen 4:2 – Entstand geglaubt hatte.

Die Mode und der Sport.

Der Blick auf die Trainerbank präsentiert schon den dritten Unterschied, bevor das Spiel überhaupt Thema wird. Die Trainer der Mannschaft aus Kloten, die ihre Fans auf der Autobahn hat stehen lassen (Edit: Ab dem zweiten Drittel verwandelte sich, der bei 37 Grad kochende Gästeblock in eine FKK – US – Highschool – Party – nur – für – Männer), läuft im entspannten Trainingsanzug auf. Anders sieht es da bei Rob Wilson und Mike Flanagan aus, die wie immer in Anzug auftreten, nur ohne die Vokabel „Training“.

Mannschaft? Mannschaft.

Die Verpackungen hätten wir dann mal grundsätzlich analysiert. Wie sieht es aber mit dem Inneren aus? Zugegeben: Über ein Spiel zu berichten, bei dem das Anschalten der neuen LED – Lichter mehr Raunen im Publikum auslöst, als jede andere Situation während des Spiels, ist nicht optimal. Dennoch haben wir wieder eins gelernt: Eishockey ist ein Mannschaftssport und die schwarzen Männer, mit rotem Teint, waren dieses Mal leider keine erkennbare Mannschaft. Auf dem Eis der ARENA Nürnberger Versicherung standen Spieler, die für sich selbst spielten. Und eben auch Spieler, die miteinander spielten, Pässe zauberten, kombinierten und vier Mal gegen Andy Jenike und die Abwehr siegten.

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Die Ice Tigers taten sich im ersten Heimspiel gegen den EHC Kloten schwer. [Foto: Birgit Eiblmaier]
Die drei Stars? Vier.

Da Optimismus Freude bereitet, und Freude bereiten Spaß macht, fokussieren wir uns lieber auf die schönen Momente und die Spieler, die bewiesen haben, dass sie einfach stark sind: Dane Fox, Philippe Dupuis und Eugen Alanov. Denn auch, wenn das Spiel nicht schön war und viele Fans bereits einen Trainerwechsel, inklusive neuem Torwart kommen sehen (nein, einfach nein), hatte das Spiel durchaus Einblicke zu bieten, die nicht nur an einer Hand abzähbar sind.

Dane Fox: Unfassbare Motivation, die er auf das Eis bekommt. Es ist sicher kein Zufall und auch kein Wunder, dass die Reihe von Dane Fox starten durfte und wohl auch beim nächsten Spiel starten wird. Nahezu in allen Situationen auf dem Eis riskant für die gegnerische Mannschaft.

Philippe Dupuis: Wenn wir Dane Fox loben, müssen wir auch über Philippe Dupuis sprechen, der hervorragende Arbeit leistet. Ob es an der Bande ist, beim Suchen seiner Mitspieler. Beim Dolomiten Cup waren es noch Strafzeiten, die auf ihn aufmerksam machten, jetzt ist es das gute Zusammenspiel der Starting Three. So sieht das mit Sicherheit auch sein kleiner Sohn, der begeistert applaudierte, als der Name seines Vaters genannt wurde.

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Eugen Alanov: Sehr schnell und geschickt zeigte sich vor allem Eugen Alanov, der bei seinem ersten Heimspiel sicher positiv aufgefallen ist – deutlich mehr als viele seiner Kollegen im Sturm. Er wurde selbst zwei Mal sehr torgefährlich. Wenn Alanov so weiterspielt, dauert es bis zum ersten Tor sicher nicht mehr lange.

Nicht zu vergessen ist die wirkliche Glanzleistung von Milan Jurcina, der sich mit dem einzigen Tor des Abends belohnen konnte. Es ist spektakulär und wichtig, dass Jurcina wieder auf dem Eis stehen kann. Verwunderlich ist es aber schon, dass Kloten nicht mitbekommen hat, wer Milan Jurcina ist. So musste es Tommi Santala im ersten Drittel selbst spüren, als er versuchte, Milan Jurcina zu checken. Das Ergebnis sollte klar sein: Santala prallte ab und musste zusehen, dass er nicht auf das Eis fällt.

Verletzungen?

Umso unschöner ist es, dass David Steckel erneut fehlte und Colten Teubert an der Bande Gesellschaft leisten musste. Laut den aktuellen Informationen, hat Steckel Probleme mit seiner Wade und wird momentan sicherheitshalber geschont. Es bleibt zu hoffen, dass sich bei ihm nichts schlimmeres auftut.

Besorgniserregend war die Kommunikation zwischen den Verteidigern, die vermuten lässt, dass man momentan alles Andere als die optimale Reihen Kombination finden konnte. Besonders auffällig war die mangelnde Richtigkeit beim ersten Gegentreffer, bei dem Marcus Weber und Nichlas Torp kontraproduktiv aufgestellt waren und es dem Gegner schon zu einfach machten. Möglicherweise ist das auch die Erklärung für die extrem kurze Eiszeit der Parade Reihe, die nur zwei, bis drei Minuten pro Drittel auf dem Eis zu sehen war und sich sonst auf der Bank zurückhielt.

 

 

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Fazit: Das Spiel war für die Zuschauer eine Qual, für die Spieler eine Chance zu sehen, dass es nicht so läuft, wie sich alle vorstellen. Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Mannschaft doch zu vielen Chancen kommen konnte. Doch Chancen sind nicht immer Tore und das haben Zuschauer und Spieler in den letzten beiden Jahren schmerzhaft spüren müssen. Die Leistung war zwar mangelhaft, individuell aber befriedigend.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft in den kommenden zwei Wochen entwickelt. Zeit für Panik ist sicher nicht. Zeit für Nachdenken schon. Das nächste Heimspiel steht schon morgen gegen den tschechischen Meister aus dem Jahr 2014, dem HC Škoda Plzeň an.

Beim Spiel zwischen Kloten und Pilsen produzieren wir in Zusammenarbeit mit dem HC Škoda Plzeň, ein Video voller Impressionen und Momente vom Eis und von den Rängen, sowie Interviews mit deutschen Untertiteln (zu Finden auf der offiziellen Facebook Präsenz des Vereins, sowie auf YouTube).

Im Rahmen des zweiten Spiels der Thomas Sabo Ice Tigers wird es wieder, wie gewohnt, einen Spielbericht – sowie Interviews mit Dane Fox, Oliver Mebus und Petr Pohl geben.

Bis dahin bleibt nur noch eins: Ruhig bleiben, bis Berlin vergeht noch Zeit.

Try ORGANICO
Die Berichte über die Deutsche Eishockey Liga werden präsentiert von der Burger Bar 90419.

 

 

 

 

 

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