„Drei Drittel zum Sieg!“

„Endlich wieder Eishockey“ hallt es durch die mit 10.884 Zuschauern relativ ordentlich gefüllte Mercedes Benz Arena. Tatsache: Es ist wieder Eishockey. So laut, grell und spektakulär die neue Saison eingeleitet wurde, so schnell war sie auch wieder vorbei – zumindest für die Thomas Sabo Ice Tigers.

Verschlafener Start? (1. Drittel) 

Von Beginn an auffallend war die Geschwindigkeit, mit der das Spiel ausgetragen wurde. Besonders bei den Eisbären Berlin war zu sehen, dass die „Lust nach Toren“  mehr als nur vorhanden ist. Das war aber nicht nur ein Vorteil der Berliner, was die ersten drei Spielminuten betrifft. Auch die erste Reihe der Nürnberger war schnell unterwegs und erarbeitete sich die ersten Chancen, die Hoffnung aufkeimen ließen. Doch dann stellte sich die Schwachstelle der Gäste heraus, die sich durch das komplette erste Drittel zog: Die Thomas Sabo Ice Tigers kamen einfach nicht aus dem eigenen Drittel, vor allem die Reihe um Petr Pohl, Marius Möchel und Marcus Weber hatte sichtlich große Schwierigkeiten. Größere Schwierigkeiten hatten aber Tom Gilbert und Andreas Jenike, die beiden Hauptakteure beim ersten Treffer der Heimmannschaft. Gilbert fälschte den Puck von André Rankel unglücklich, aber nun Mal auch unhaltbar für Jenike ab und ließ es „in der Kiste rappeln“. Direkt im Anschluss dann die größte Chance der Nürnberger im ersten Drittel: Wer sonst, als Dane Fox, diesmal in der Hauptrolle. Philippe Dupuis bringt die Scheibe mit einem Querpass auf Fox, der einen scheinbar unhaltbaren Schuss abfeuert – Petri Vehanen aber hat etwas dagegen und verhindert den Ausgleich. Fünf Minuten später wurden dann die Schwierigkeiten der vierten Reihe bestraft, die bis dato immer noch nicht aus dem eigenen Drittel kommen konnte. Jens Baxmann nutzt erneut einen schwachen Moment von Tom Gilbert aus und netzt zum 2:0 für Berlin ein. Ein nicht zufriedenstellender Zwischenstand, der sich bis zur Drittelsirene nicht änderte.

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Dane Fox mit der wohl größten Chance im ersten Drittel! [Foto: Birgit Eiblmaier]
Die Saison hat begonnen! (2. Drittel) 

Die Eisbären Berlin haben den IceTigers den Saisonstart vermiesen wollen, haben das aber nur für 20 Minuten geschafft. Die zweiten 20 Minuten war eine ganz andere und eine neue Mannschaft auf dem Eis. Die Thomas Sabo Ice Tigers mit drei Pfostentreffern innerhalb der ersten drei Minuten. Zwischen dem zweiten und dem dritten Pfostenschuss war nicht ein Mal eine Minute vergangen. Dennoch konnten Yasin Ehliz, Petr Pohl und Taylor Aronson nicht punkten. Wer aber etwas im zweiten Drittel sammeln konnte, war Yasin Ehliz und Philippe Dupuis. Erst das Halten von Ehliz, dann die Behinderung durch Philippe Dupuis brachte die IceTigers in eine doppelte Unterzahl, welche sie aber relativ problemlos überstehen konnten (Edit: Laut Rob Wilson der Schlüsselmoment im Spiel). Gute Arbeit leistete dabei Brandon Segal, Milan Jurcina und Nichlas Torp. Direkt nach der überstandenen Unterzahl kam es dann zur erhofften Auferstehung, eröffnet durch ein grandioses Zuspiel von Patrick Reimer auf Steven Reinprecht, der Petri Vehanen mit einem Backhand – Schuss überwinden konnte. Nur vier Minuten später kam dann der Moment von Brandon Segal, der dank Yasin Ehliz und erneut dem Eishockeygott, Steven Reinprecht, zum Abschluss kam. Dane Fox hätte das Drittel perfekt machen können, scheiterte aber, ähnlich wie im ersten Drittel, am Berliner Torwart. Dabei blieb es diesmal bei einem schon zufriedenstellenderen 2:2 nach dem zweiten Drittel.

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Andreas Jenike lieferte ein souveränes Match und hielt die IceTigers bei dramatischen Situationen im Spiel! [Foto: Birgit Eiblmaier]
Souveränes Spiel? (3. Drittel) 

Schon zu Beginn des dritten Drittels zeichnete sich ab, welche Mannschaft souveräner ist und das war tatsächlich Nürnberg. Gepaart mit drei fantastischen Showeinlagen von Andreas Jenike, der die IceTigers im Spiel hielt konnte dann zum großen Umbruch geschlagen werden. Der nächste grandiose Pass im Spiel von Taylor Aronson auf Philippe Dupuis brachte die 3:2 – Führung, die von der wohl abgezocktesten Aktion des Spiels gekrönt wurde: Dane Fox kam endlich zum Torerfolg, nachdem er Mark Olver die Scheibe klaut, alleine aufs Tor lief und Petri Vehanden überwindete. Wahnsinn, was Nürnberg im dritten Drittel präsentierte. Die Eisbären, sichtlich überfordert mit dem neuen Stand der Dinge, konnten keine Antwort finden. Die Heimmannschaft kam zwar hier und da zu semi – gefährlichen Chancen, konnte aber außer einem Raunen des Publikums nichts mehr erzeugen.

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Die Eisbären Berlin enttäuschten mehr als 10.000 Zuschauer beim ersten Heimspiel!

Ich habe nach dem Spiel noch ein Mal mit Rob Wilson gesprochen, um einen kleinen Vorbericht für Sonntag schreiben zu können. Hier das Interview:

Rob, wie glücklich bist Du über die drei Punkte heute? 

Rob Wilson:Oh, das war ein fantastischer Sieg heute, ein großer Sieg. Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte, das hätte alles auch anders laufen können. Wir haben ein wenig Zeit gebraucht, um uns an das Spiel der Eisbären Berlin zu adaptieren. Das hat aber gut geklappt. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Jungs“

Am Sonntag wartet Iserlohn im ersten Heimspiel auf uns. Wie werden wir spielen? 

Rob Wilson: „Iserlohn spielt ein total anderen Stil als Berlin, das Spiel wird aber nicht einfach. Iserlohn ist im Sturm sehr gefährlich, dafür wackelt die Abwehr hier und da mal. Diese Momente müssen wir ausnutzen, wenn wir aber so spielen wie heute, bin ich mir sicher, dass es gut ausgehen wird.“

Heute war Andreas Jenike im Tor, wer wird am Sonntag im Tor stehen? Niklas Treutle? Oder wird es noch nicht zum Wechsel eines Duos kommen? 

Rob Wilson: Oh…(lacht). Das sehen wir Sonntag, okay? 

Wir können tatsächlich froh sein, dass wir in Berlin gewonnen haben. Erwartet hat das auch in der Facebook Community kaum einer. Nun haben die IceTigers also drei Punkte, belegen Platz vier und können mit einem 6 – Punkte – Wochenende in die neue Saison starten, wenn sie die Iserlohn Roosters zu Hause besiegen und momentan knapp 4.600 Zuschauer beglücken.

Bis dahin: Am Boden bleiben – das war ein Sieg von 52 Möglichen! 

Try ORGANICO

 

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