„Jurcina, du „Angsthase“!“

Es ist schon ein hartes Leben, welches der Zuschauer auf der Haupttribüne haben muss. So hart, dass er Streit mit gegnerischen Spielern sucht, um seine Probleme aufzuarbeiten. Nachdem er bei Marco Pfleger keinerlei Erfolg hatte, weil dieser einfach nicht dazu bereit war, auf die Rufe zu reagieren, knüpfte er sich doch tatsächlich den Spieler vor, der auf dem Eis zu den unbeliebtesten Tanzpartnern zählt: Milan Jurčina. Nachdem sich Milan relativ unbeeindruckt mehrfach anhörte, wie böse er denn sei, fiel dann doch der Ausruf: „Jurcina, you pussy!“ Da wurde er doch hellhörig und reagierte darauf so, wie er es wohl in Liptovský Mikuláš gelernt hat. Eine sympathische Geste sagt doch mehr als tausend Worte. Direkt vor den 193 Zentimeter großen Slowaken wollte sich der Herr aber nicht gesellen. Da war Milan ihm wohl zu „pussyhaft“.

„Ach, das wird schon!“ [1. Drittel]

Es hatte schon fast etwas beruhigendes an sich, als das Netz hinter Andy Jenike in Bewegung versetzt wurde, nachdem Thomas Holzmann abzog und traf. Das machte einfach nichts. Das machte den mitgereisten Fans nichts, noch den Spielern. Alles nach Plan verlief auch noch in der siebten Spielminute, in der Michael Davies meinte, nachlegen zu müssen. Nur sind die Augsburger Panther nicht die Eisbären Berlin, noch die Kölner Haie. Auch aus dem Grund hätte man verhindern sollen, in Unterzahl zu spielen. Wunderschön schoben sie sich den Puck hin und her, legten sich alles bereit und feierten mit Evan Trupp den dritten Treffer im ersten Drittel.

Der Ticker von Roman Horlamus zum dritten Treffer: „3:0 für Augsburg. Das mit dem Powerplay können sie halt. Hätte es nach dem Stock in Dupuis‘ Gesicht zwar nicht geben dürfen, aber das interessiert die Panther wenig. Stark gespielt, Trupp muss am Ende nur noch einnetzen.“

Ein 3:0 hatten wir in dieser Saison noch nicht. Man erwartete wohl eine Steigerung. Ein Tor war kein Problem, zwei Tore waren kein Problem – und drei?

Optimistischer Fan in der Drittelpause: „Ich erinnere nur noch Mal an das 1:5 gegen München. Wie viel stand es danach? Richtig: 6:5.“ 

Richtig. Dieses Spiel erinnerte aber eher an das fünfte Heimspiel im Viertelfinale. Auch dort hatten die Panther nach dem ersten Drittel einen komfortablen 3:0 Vorsprung und scheuchten Jenike aus dem Tor.

Torjubel Schmoelz Augsburg gegen Nuernberg
Ein Traumdrittel: Der AEV führte mit 3:0! [Foto: Birgit Eiblmaier]
„Rob? Wir haben ein Problem!“ [2. Drittel]

Das ist der Moment, indem normalerweise der Kapitän eingreift. Es war der Zeitpunkt für eine Aktion, die einen Wechsel hervorruft. Eine Aktion, die nur Patrick Reimer zusammen mit Steven Reinprecht und Yasin Ehliz erkämpfen können. Doch die Aktion kam nicht. Es blieb beim Fluchen von Reinprecht über das „im-Weg-stehen“ des Schiedsrichters, sowie beim unzufrieden wirkenden Reimer.

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Patrick Reimer bleibt weiterhin ohne Treffer in fünf Spielen. [Foto: Bianca Ebenhöch]

Ohne Erfolg blieb auch der bisherige Garant Dane Fox, der es tatsächlich schaffte, das gesamte Spiel über ausnahmslos unauffällig zu bleiben. Ebenfalls unscheinbar präsentierte sich, nun schon zum fünften Mal in Folge, Tom Gilbert. Für die beachtliche Anzahl an absolvierten Spielen in der National Hockey League ist da noch ordentlich Luft nach oben und das obwohl er sich sichtlich auf die Deutsche Eishockey Liga gefreut hat.

Tom Gilbert über seine Entscheidung, in die Deutsche Eishockey Liga zu wechseln:„Ich habe mit vielen ehemaligen Weggefährten aus meiner College-Zeit gesprochen, die nur Positives über die DEL zu sagen hatten. Sie haben mir gesagt, Deutschland sei perfekt für Familien und dass es Spaß mache, hier zu spielen. Deshalb glaube ich, dass es die richtige Entscheidung war.“ 

Während ich mir an der Bande den Kopf zerbrach, wo die Probleme bei Patrick Reimer und Tom Gilbert wohl liegen, spielten die Panther erneut in Überzahl, nachdem es zu einer Reihe von überflüssigen Strafzeiten kam. Trevor Parkes kam dabei viel zu frei zum Schuss und traf eiskalt zum tatsächlich auch endgültigen 4:0. Im dritten Drittel passierte absolut nichts Neues. Auch für den Kommentator von Telekom Sport nicht, der minutenlang davon überzeugt war, Andy Jenike (Edit: Andy lieferte eine gute Leistung ab und war sicher nicht am 4:0 Rückstand „schuld“) im Tor zu sehen. Dabei absolvierte Niklas Treutle die ersten zwanzig Minuten in der Saison und zeigte sich dabei sicherer, als in der Vorbereitung. Auch zwei größere Chancen der Augsburger konnte er problemlos bewältigen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er am Sonntag gegen Mannheim eine Chance als Starting Goalie bekäme.

Nuenbergs goalie Jenike unter Beschuss
Andy Jenike war nur 40 Minuten im Tor, obwohl er auch schlimmeres verhinderte! [Foto: Birgit Eiblmaier]

Am Sonntag muss vieles besser laufen, um Punkte vor heimischen Publikum zu holen. Bislang werden knapp 5000 Zuschauer das Spektakel verfolgen, über welches wir nach dem Spiel mit Patrick Buzas gesprochen haben

Es bleibt zu hoffen, dass Rob Wilson und seine Mannschaft ein Rezept für die Adler Mannheim in der Tasche hat. Es ist zu erwarten, dass man versuchen wird, das erste Drittel endlich besser zu machen, um nicht wieder einen Rückstand hinterherlaufen zu müssen.

Hier geht es am 1. Oktober nach dem Spiel gegen Ingolstadt weiter – dann mit einem Interview mit Jochen Reimer, in dem Ihr natürlich erfahren werdet, wie es sich in Ingolstadt spielt und ob er die Zeit in Nürnberg vermisst. Einen ausführlichen Bericht über das Heimspiel gegen Mannheim findet man auf eishockey-online.com.

Bis dahin: 5 von 52! 

@_oliverwinkler_
Alle Berichte über Handball, Basketball, Eishockey, Hockey und Fußball immer montags mit Oliver Winkler im Nachmittagsprogramm auf afkmax!

Übrigens hat sich beim gestrigen Spiel Bianca Ebenhöch, ein Fan der Ice Tigers das erste Mal als Fotografin für ein bekanntes Eishockeyportal engagiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Neben Birgit Eiblmaier und Thomas Hahn nun also gelegentlich der dritte Fotograf / die zweite Fotografin auf unserer Webseite! Hier die Bilderstrecke:

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