„Und da macht er einfach alles kaputt!“

Ohne Socken kam Patrick Köppchen aus dem schwarzen Wagen gestiegen, der zuvor noch über den Kurt – Leucht – Weg schnurrte. Er schritt elegant über die vom leichten Regen entstandene Pfütze (österr. Lacke, niederdeutsch auch teilweise Lusche, pfälzisch u. a. Latsche, schweizerdeutsch Glungge oder Gunte) und näherte sich dem südlichsten Eingang der Arena an. Schwül und unangenehm drückte die Luft auf die Lunge. Was würde das nur für ein Spiel werden? Ein Spiel bei dem zwei, anstatt drei Patricks auf dem Eis stehen – kann das überhaupt positiv enden?

Während sich der verteidigende Patrick wohl damit beschäftigte, wie er seine blanken Füße trocken halten kann, beschäftigte ich mich damit, wie das Spiel ausgehen würde. Als dann Rob Wilson mit Laptop und handgemaltem Plakat an mir vorbeiging, nickend grüßte und mir symbolisch meine Gedanken abnahm, wurde mir vieles klar: Ich denke einfach nur, ich sei „famous“. Dabei bin ich es nicht. Da muss ich doch den taffen Herr von Noris United enttäuschen. Denken tue ich es nicht, berühmt bin ich auch nicht – aber das Nürnberg am Freitagabend um 21:38 Uhr wieder Tabellenführer ist, habe ich mir tatsächlich gedacht.

„Und da macht er einfach alles kaputt!“ [1. Drittel]

Mit breiter Brust, braunen Stiefeletten und drei Tonnen Arroganz im Gepäck betrat ich die Arena und sah mit 3.700 Zuschauern (!?) ein Drittel, welches so nicht im Plan stand. Nach fast acht Minuten war es um das Drittel geschehen. Philippe Dupuis nahm die Vorlage von Brandon Segal an und schoss die Ice Tigers zum ersten Mal in dieser Saison in eine 1:0 – Führung. Besonders interessant war neben der Führung der Nürnberger aber auch, dass Petr Pohl die Rolle von Patrick Reimer übernahm, der wegen einer Beinverletzung aussetzen musste. Atemberaubend war das Zusammenspiel von Pohl mit Ehliz und Reinprecht nicht. Für ein Spiel war das aber sicher keine schlechte Alternative, da Reinprecht doch ab und zu Mal gefährlich vor dem Tor der Gäste auftauchen konnte.

20170929-CL1P3435
Marco Wölfl musste bei seinem ersten Spiel in dieser Saison nach 8 Minuten hinter sich greifen! (Foto: Thomas Hahn)

Erfreulich war auch, dass der momentan sehr unscheinbare Dane Fox dennoch einen Punkt verbuchen konnte, nachdem er den Puck in die Rundung schickte, damit Brandon Segal diesen für Philippe Dupuis erobern konnte. Der erste Schritt in Richtung „Verbesserung des ersten Drittels“ war demnach getan. Den zweiten Schritt vollendete ein herausragender Niklas Treutle, der alle Chancen der überraschend stark auftretenden Gäste sichern konnte.

Try ORGANICO
Alle Informationen und schmackhafte Burger mit Dips unter www.burgerbar-nuernberg.de!

„Hold my beer?“ [2. Drittel]

Im zweiten Drittel passierte nichts erwähnenswertes. Die Ereignisse waren aber schon so rar, dass man fast schon wieder erwähnen muss, wie anti – spannend das zweite Drittel war. Aber auch hier ist es mehr als angebracht, den Torhüter zu loben: Niklas Treutle, der im zweiten Drittel dann doch mal ran musste und Tobias Wörle am Erfolg hinderte.

Auffallend war das komplette Spiel über die Bereitschaft von Patrick Buzas, der sich nahezu immer optimal anbieten konnte und alles versuchte, um gute Situationen entstehen zu lassen. Auch wenn er mit Eugen Alanov und Marius Möchel stellenweise ohne sichtbares Ergebnis das Eis verlassen musste, sollte man ihm die Mühe und den Willen anrechnen. Schwer tun sich momentan auch Marcus Weber und Tom Gilbert, die noch zu keiner passenden Abstimmung gekommen sind.

20170929-CL1P3415
Kaum Chancen im zweiten Drittel! [Foto: Thomas Hahn]
„Hold my beer!“ [3. Drittel]

So schleppend wie das zweite Drittel war konnte es natürlich nicht bleiben. Es war Zeit für ein Tor und das kam schnell. Bevor es die Uhr am Würfel schaffte, eine Minute abzuziehen war es soweit: Nichlas Torp zog von der blauen Linie ab und verwandelte die erste Chance im dritten Drittel direkt in das 2:0 für die Heimmannschaft und stellte damit die meisten zufrieden. Die Gäste aus Schwenningen gaben sich aber keinesfalls geschlagen und hatten einige Chancen größeren Ausmaßes, konnten diese aber nicht  verwandeln. Und – es muss einfach sein – es lag an Niklas Treutle.  Die Unsicherheit aus der Vorbereitung in Südtirol scheint verflogen. Die Abwehr kann sich ausnahmslos auf Treutle verlassen und Fakt ist: Ein einziges Gegentor gab es bislang. Umso sicherer er mit den zwei Spielen wurde, um so mehr hat er sich auch verdient, kein Tor kassiert zu haben. So kommt es am Sonntag mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Duell mit Timo Pielmeier, da Jochen Reimer bereits am Donnerstag beim Heimspiel gegen die Eisbären Berlin (2:3) im Tor stand.

Bevor wir uns auf das Fazit stürzen…..

Lorenz Funk, Lenz, wie ihn alle nannten, war eine Legende, eine Institution des deutschen Eishockeys. Insgesamt 225 Mal streifte er sich das Trikot der deutschen Nationalmannschaft über, nahm an 13 Weltmeisterschaften sowie drei Olympischen Spielen teil. Dabei gehörte er zu der Mannschaft, die 1976 in Innsbruck die Bronzemedaille gewann.  Dreimal wurde er Deutscher Meister, 1966 mit seinem Heimatverein, dem EC Bad Tölz, 1974 und 1976 mit dem Berliner SC. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er dann hinter die Bande – unter anderem war er Manager der Eisbären Berlin – und gab sein ganzes Wissen bis zuletzt noch leidenschaftlich an die jüngeren Generationen weiter. So auch an die Nürnberger Yasin Ehliz, Leo Pföderl, Andreas Jenike und Marco Pfleger.

Ruhe in Frieden Lenz!

Lorenz Funk Berliner SC mit blutverschmiertem Kinn auf der Bank
Foto: imago

Zurück in das Hier und Jetzt…

Nürnberg schlug sich wacker und siegte am Ende souverän und deutlich mit 3:0 gegen eine Mannschaft, welche lange dagegenhalten konnte. Es wird nicht leicht werden, in Ingolstadt das dritte Sechs – Punkte – Wochenende zu vollenden. Aber es ist nicht unmöglich. Mein Tipp: 2:4 für die Mannen in Schwarz und Rot. 

Und bis dahin: Screenshots sind erlaubt, Weiterschicken auch! 😉

@_oliverwinkler_
Alles zu den Thomas Sabo Ice Tigers – zum HC Erlangen, den Brose Baskets und dem 1. FC Nürnberg immer montags am Nachmittag, mit Oliver Winkler auf afkmax!

Veröffentlicht in

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s