„Overtime quattro!“

„Zwei Mal Pinguin, einmal Milan!“ [1. Drittel]

Ereignislosigkeit ist ein Wort, welches in der laufenden Saison sehr oft vorkommt: So viele lahme Drittel gab es schon lange nicht mehr zu Beginn einer Spielzeit. Während der Königpalast in Krefeld einfach nicht voll wurde, stellten sich beide Mannschaften, mehr oder weniger motiviert, zum „Kampf“ auf. Nur blieb der Kampf aus. Die ersten zwanzig Minuten waren von derart vielen Fehlpässen geprägt, sodass kaum eine gelungene Situation entstand. Neben zwei misslungenen Überzahlsituationen, kam es lediglich zum Pfosten Treffer durch Milan Jurčina. Das Power Play sorgte beinahe für den Führungstreffer der Heimmannschaft. Daniel Pietta bekam den Puck an der blauen Linie auf die Kelle, scheiterte aber im Alleingang gegen seinen früheren Torhüter Niklas Treutle. Dafür spielte Marcel Müller ein paar Minuten später mit Kurt Davis und Daniel Pietta Flipper und versenkte den Puck zum 1:0 im Netz. Tabellenführer? Nicht auf dem Eis.

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Einmal stark gegen Pietta, danach machtlos gegen Flipper! [Foto: Birgit Eiblmaier]

Ein krasses Manko sind weiterhin die Special Teams: Satte fünfzehn Prozent aller Überzahlsituationen enden mit einem Tor. Das sind schon fast zehn Prozent unter der stärksten Formation von den Augsburger Panthern. In der Hinsicht müssen Rob Wilson und sein Trainerteam in den nächsten drei Monaten Überstunden schieben, um die Mannschaft auf die entscheidenden Spiele vorzubereiten.

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Problemzone Power Play: Rob Wilson muss eine gute Formation finden! [Foto: Thomas Hahn]
„Dane Fox und vier Schiedsrichter!“ [2. Drittel]

Nicht zur Diskussion steht der Fakt, dass es Schiedsrichter nie einfach haben und keine Chance haben, sich Situationen fünf Mal auf dem Bildschirm anzuschauen. Dennoch kann man in der Deutschen Eishockey Liga erwarten, dass eine gewisse Qualität vorhanden ist und das ist in dieser Saison sicher nicht der Fall. So musste Martin Ness, aus unerklärlichen Gründen zum zweiten Mal im Spiel auf die Strafbank. Dane Fox bedankte sich mit dem Treffer zum 1:1. Das war es dann aber auch schon mit positiven Aktionen. David Steckel und Tom Gilbert machten es sich auf der Strafbank gemütlich, während die Krefeld Pinguine ein noch schlechteres Power Play zeigten, als die Ice Tigers im ersten Durchgang. Die beiden Hauptschiedsrichter Sirko Hunnuis und Elvis Melia waren in Unmut gefallen, Dane Fox schrieb sich nach endloser Pause auch mal wieder auf dem Spielberichtsbogen und keiner sah es als notwendig an, dem Leiden aller Beteiligten ein Ende zu bereiten.

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„Goalie – Duell!“ [3. Drittel]

Im Schlussabschnitt war es dann ein Duell der Torhüter: Beide Mannschaften erlaubten sich immer wieder riskante Fehler. Die dabei entstandenen Chancen hätten das Spiel in den meisten Fällen entscheiden müssen. Niklas Treutle und Dimitri Pätzold, der erst einen Tag vor der Partie in Krefeld angekommen ist, lieferten sich ein hartes Duell mit hohem Niveau. Die besseren Chancen hatten aber die Pinguine, die nah dran waren, in Führung zu gehen. Die Spieluhr entschied aber auf Verlängerung, in der Nürnberg deutlich die Oberhand hatte und nicht wieder hergab: Zwei Mal Patrick Reimer, Philippe Dupuis und Brett Festerling scheiterten aber an Pätzold, ehe Steven Reinprecht den einzigen Schuss im Penalty Schießen verwandelte.

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Gamewinner Steven Reinprecht [Foto: Birgit Eiblmaier]

Wieder zurück auf dem Eis war Niklas Treutle, der gegen sein ehemaliges Team eingesetzt wurde:

Niklas, heute war das vierte Spiel in Folge, indem nach der regulären Spielzeit kein Sieger feststand. Wie erklärst Du dir die ständigen Verlängerungen? 

Niklas: „Ja, ich denke es ist einfach eine enge Liga. Wir haben so viele Spiele, die werden auch in Zukunft eng bleiben. Es ist einfach sehr ausgeglichen. Wir stehen hinter aber sehr gut, machen mehr mal und mal weniger Tore. So wie zum Beispiel in Bremerhaven, wo es hinten nicht so gut aussah. Dort haben wir aber dafür mehr in der Offensive getan. Das ist eben die momentane Phase. Die Zeit, in der wir wieder drei Punkte holen, wird kommen. Aber auch mit zwei Punkten kann man durchaus zufrieden sein“.

Wie ist es für Dich, wenn du wieder bei deinem „alten Verein“ spielst? Fühlt sich das, irgendwie, besonders an? 

Niklas: „Nein, nicht wirklich. Ich habe in Krefeld keine komplette Saison gespielt. Natürlich freut es mich, die Jungs wieder zu sehen und gegen sie zu gewinnen. Sonst war das hier relativ nüchtern, war jetzt kein Hexenkessel (lacht) und von daher, war mir das eigentlich relativ egal – Hauptsache wir gewinnen“.

Apropos Hexenkessel: Es war hier mitunter auch so leise, weil es vor dem Spiel Hausverbote gab. Hast Du das mitbekommen? Du hast nach dem Sieg eine Geste zum Krefelder Fan – Block gemacht, die relativ provozierend war? Hatte die etwas mit den Ereignissen zu tun? 

Niklas: „Diese Gesten mache ich normalerweise nie. Wir hatten hier im letzten Jahr zwei sehr gute Torhüter, haben am härtesten gearbeitet aber kaum Unterstützung von den Fans bekommen. Das ist mir dann halt einfach so rausgerutscht (lacht), sollte man aber auch nicht überbewerten […]. Meine Geste hat aber nichts mit den Hausverboten zu tun, von denen ich auch etwas mitbekommen habe. Ich finde es schon traurig, dass Krefeld eine tolle Leistung gegen eine der besten Mannschaften der Liga abliefert und 1:1 spielt, während es im Publikum nur dann laut wird, wenn gegen die Polizei gesungen wird. Aber das geht mich nichts an, das ist nicht mein Problem, von daher…!“

Gegen Ingolstadt und München erwartet Niklas keine einfachere Aufgabe. Vor allem gegen München sei es immer besonders, weil die Arena sicher ausverkauft sein wird. Danach sieht es momentan auch aus: Über 7000 Tickets wurden schon verkauft, während für das Spiel am Donnerstagabend knapp über 4200 Zuschauer erwartet werden.

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Die Mannschaft von Rob Wilson muss für das Spiel am Sonntag mehr als nur gut gewappnet sein. Mit der Leistung, die in Krefeld abgerufen wurde, werden sicherlich keine drei Punkte herausspringen. Findet die Mannschaft einen Weg, den „Biss“ zu entfachen, kann es klappen: Nach dem sechsten Mal Overtime!

Und bis dahin: Colten Teubert nicht vergessen! 

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Hinweis: Im Dezember erscheinen die Blogs nicht nach jedem Auswärtsspiel, aber einmal wöchentlich. Interviews zum Nachhören gibt es immer montags, von 10 bis 11 Uhr, in der Sportsendung auf afk max, sowie auf Soundcloud (ab Dezember).

 

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