„Seid ihr stolz auf eure Mannschaft?!“

Die THOMAS SABO Ice Tigers spielen unfair. Anders kann man sich die drei Punkte nicht erklären. Rob Wilson (Headcoach, THOMAS SABO IceTigers) war vor der Partie mit Christoffer Hurtik und Stefan Eichmann (Hauptschiedsrichter) im Café Krönner und hat, offensichtlich, zwei Kaffees und eine Spitzweg-Torte ausgegeben. Vereinzelt munkelt man, dass Thomas Sabo (the devil himself oder auch Hauptsponsor) mit Taschen voll Gold vor dem Pulverturm wartete, ehe Christoffer und Stefan hurtig ins Eisstadion verschwanden. Ob es das klare Foul von Marcus WeberPatrick KöppchenDane FoxAndreas JenikeMarius MöchelBrandon Segal oder Patrick Reimer war: In keinem Fall wurde eine Strafe ausgesprochen. Und nicht nur das: Auch das Tor zum 3:3 zählte nicht. Toppen konnte das nur noch Michael Zalewski, der in der 41. Spielminute die Mannschaft wechselte, ohne sein Trikot zu tauschen. Alle waren sie bestochen, aus den Taschen voll Gold. Da kann man sich in Ruhe auf Aussagen Dritter verlassen und gelassen die Worte des Ordners zitieren: „Seid ihr stolz auf eure Mannschaft?!“ 

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Und genauso gelassen können wir alle antworten: „Ja, sind wir.“ Denn die Schiedsrichter waren fair, die Härte der Nürnberger Mannschaft gesund und die abgerufene Leistung einfach gut. Ganz ohne Taschen voll Gold und Michael Zalewski!

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„Ich versuche, so viel wie möglich zu spielen und mir meinen Platz im Team zu erkämpfen.“, sagte Eugen Alanov über seine Zeit in Nürnberg vor der Saison. Leider kam der, in Kasachstan geborene, Verteidiger in den verganenen Wochen nicht zum Zug. Gestern war es aber endlich soweit: Zusammen mit Petr Pohl und Marius Möchel spielte er in der vierten Reihe. Die musste in den ersten fünf Minuten zum ersten Mal ein Tor hinnehmen. Nichlas Torp konnte den Puck nicht kontrollieren, Eugen Alanov stand an der blauen Linie und konnte nicht schnell genug sprinten. Renè Röthke wartete nicht lange, fuhr mit dem Puck in den Slot, spielte quer auf Adam Mitchell, der abzog und zum 1:0 traf. Da konnten auch Milan Jurčina und Andreas Jenike nichts mehr machen. In der siebten Spielminute kam es dann zu zwei Situationen, in denen die Zuschauer im Eisstadion am Pulverturm Strafminuten hätten sehen wollen. Stattdessen waren Pfiffe aus dem Publikum zu hören.

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Unbeeindruckt vom Hexenkessel kämpfte sich Kyle Mackinnon, gehakt von Leo Pföderl, vors Tor. Kurz vor Jenike gab er den Puck an Levko Koper ab, der eiskalt ins Kreuzeck traf: 2:0 für die Heimmannschaft. Koper stand in dieser Situation komplett frei. Tom Gilbert fehlte auf seiner Position und versuchte auf der selben Seite zu agieren, wie Marcus Weber. Dadurch hatte Levko Koper kein wirkliches Hindernis vor sich. Kein Hindernis vor sich hatte auch Leo Pföderl, der nur 41 Sekunden später zum Anschlusstreffer kam. Patrick Reimer schoss mit voller Kraft auf Drew MacIntyre, der den Puck abprallen ließ. Pföderl nutzte die Chance, spielte MacIntyre meisterhaft aus und schob zum 2:1 ein – fabelhafter Treffer!

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Leo Pföderl mit dem meisterlichen 2:1! [Foto: Birgit Eiblmaier]

Fabelhaft präsentierte sich auch Eugen Alanov. Er stand zwar auf dem Eis, während das 1:0 fiel, spielte danach sehr stark mit und gab mehr als nur 100%. Belohnt wurde das durch Puck Gewinne, gute Checks und geklärte Situationen. Er machte nicht nur im ersten Drittel klar, wie schade es ist, dass wir ihn nur ab und zu in der Aufstellung finden können.

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Es ist nicht nur das momentane Fehlen von Steven Reinprecht, dass die Paradereihe schwächt. Die erste Reihe ist in dieser Saison nicht mehr die beste Reihe der Deutschen Eishockey Liga. Rob Wilson muss dieses Problem bis März lösen. In den entscheidenden Spielen werden keine zwei Reihen mehr reichen, die nahezu perfekt zusammenspielen können. Es braucht vier starke Reihen, die sich ab und zu entlasten können. Die Mission „vierte Reihe“ ist in diesem Jahr erneut gescheitert. Die Leistung der vierten Formation hat sich durch Petr Pohl erkennbar verbessert, reichen wird das aber nicht. Dafür war die erste Reihe in Straubing gefährlich: Patrick ReimerJohn Mitchell und Leo Pföderl. Ob es das Marteria Konzert (Tweet von Sebastian Böhm) oder der neue Mix war steht noch in den Sternen. Ob die neue Formation eine sinnvolle Idee war oder nicht, muss man nicht diskutieren. Das Yasin Ehliz nicht in die dritte Reihe gehört, allerdings schon.

Es wäre schade, wenn die „neue erste Reihe“ nur eine Eintagsfliege wäre. Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass Leo Pföderl im Normalfall zusammen mit David Steckel spielt. Interessant werden die Aufstellungen somit erst dann, wenn alle Spieler wieder an Bord sind.

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Patrick Reimer on fire! [Foto: Thomas Hahn]
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Zalewski sei Dank stand es in der ersten Spielminute nach der zweiten Drittelpause nicht 3:2 für die Heimmannschaft, die wie die Feuerwehr aus der Kabine kam. Eins muss man Zalewski aber lassen: Das er in dieser Situation erkennt, dass er nicht mit dem Schlittschuh kicken darf, ist bemerkenswert. Jeder andere Spieler hätte mit Sicherheit versucht, den Puck mit dem Schlittschuh ins Tor zu befördern, wenn er einen vor der Linie freiliegenden Puck nicht mit dem Schläger erwischt. Doch auch dieser Reflex lag beim Straubinger Stürmer brach. Die fast 4000 Zuschauer fassten sich an den Kopf und das auch, als es in der 48. Spielminute erneut chaotisch wurde. Aber auch dieses Chaos blieb unverwertet. Dafür prallte Patrick Köppchens Schuss von der blauen Linie vom Torhüter ab. Stefan Loibl konnte den Puck nicht kontrolliert aus der Gefahrenzone befördern. John Mitchell stand vor dem noch etwas verwirrten MacIntyre und schoss an seinem rechten Schoner vorbei ins Tor.

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„Nicht mit Glanz, aber mit Mitchell“, sagte Basti Schwele über das Spiel! [Foto: Thomas Hahn]

Spielerisch war das dritte Drittel etwas arm, das machte es der Mannschaft von Rob Wilson auch nicht besonders schwer, die Führung über die Zeit zu bringen. Für ein bisschen Aufregung sorgte allerdings noch das Tor zum 3:3. Die Schiedsrichter entschieden auf Videobeweis und stellten den Spielstand erneut auf 2:3. Auch wenn es die meisten im Stadion nicht wahrhaben wollten: Stefan Loibl brachte den Puck mit einer deutlichen Kickbewegung ins Tor.

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Straubing geschlagen! Die IceTigers zurück auf Erfolgskurs! [Foto: Birgit Eiblmaier]
Die komplette erste Reihe kam zum Treffer. Deshalb war es nicht besonders schwer, drei Stars zu finden. John Mitchell und Leo Pföderl wegen dem brillianten Tor und der meisterlichen Leistung im gesamten Spiel – und auch Patrick Reimer, der das wichtige Tor zum 2:2 schoss und besonders aufgeweckt und motiviert mit seinen zwei neuen Mitspielern agierte.

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Vier Mal spielten die IceTigers auswärts, neun Punkte brachten sie wieder mit nach Hause. Das kann sich sehen lassen, zumal starke Schlüsselspieler fehlten und die Aufstellung immer wieder aufs Neue verändert werden musste. Bevor es wieder zu zwei Auswärtsspielen nach Berlin und Düsseldorf geht, darf die Mannschaft zumindest einmal vor heimischem Publikum auflaufen. Für das dritte Duell gegen Bremerhaven sind momentan fast 5000 Tickets verkauft. Die vergangenen Spiele endeten alle gleich: Nürnberg konnte zu Hause mit 5:4 und in Bremerhaven mit 4:5 gewinnen. Da alle guten Dinge drei sind und die Mannschaft gute Leistungen zeigt, ist neben dem dritten Advent auch ein turbulentes, erfolgreiches Sechs – Punkte – Wochenende drin.

Und bis dahin: Weihnachten ist schön, Eishockey ist cooler!*

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*Für das Spiel gegen die Adler Mannheim (26. Dezember, 17:00 Uhr) sind bislang nur 6000 Karten verkauft. In der vergangenen Saison war am 28. Dezember restlos ausverkauft. Tickets und Informationen unter www.icetigers.de

Autor: Oliver Winkler / Beitragsbild: Thomas Hahn / Fotos: Birgit Eiblmaier, Thomas Hahn

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