„Macht die X Box aus und geht schlafen!“

Sie sind immer doppelt blau. Dennoch können sie in der so besinnlichen Weihnachtszeit zumindest die eine Stufe von „blau“ etwas festlich aufziehen. Blaue Anzüge mit den Umrissen von Santa Claus. Dazu war noch eine rote Hose und eine rote Krawatte zu haben. Die zweite Stufe von „blau“ oder auch „blau sein“ haben sie scheinbar nicht vor, festlicher zu machen. Das kann man den drei Herren aus der ersten Reihe in der Berliner Mercedes – Benz Arena auch nicht übel nehmen. Immerhin haben sich die Drei für das Spiel gegen die THOMAS SABO Ice Tigers zwei Plakate ausdenken und mit viel Liebe gestalten müssen. Bevor wir die Flinte ins Korn werfen und unsere „XBOX of taken“ schauen wir uns aber lieber mal die Historie an. Und wie macht man das am besten? Anhand eines liebevollen Plakates:

Wie vielehabensinn fürmeinungs-freiheit_ (5).png

THINKOUTSIDETHEBOX (34).jpg

Um den Männern in Blau etwas gutes zu tun und zu zeigen, wie schön es sich unter unserem Hauptsponsor spielt, sind hiermit alle drei am 28. Januar zu uns in die Arena eingeladen. Da wir durch Steve Pinizotto (für irgendetwas muss er ja gut sein) wissen, dass die Drei nicht wissen, was alkoholfrei bedeutet, gibt es noch drei Bier oben drauf.*

THINKOUTSIDETHEBOX (26)

Schnell und voller Elan starteten beide Mannschaften in die Partie. Die erste Torchance führte dann auch zum ersten Tor. Der erste Treffer sorgte direkt für Aufregung. Oliver Mebus zog auf der Höhe der blauen Linie relativ ungefährlich ab. Einer der Düsseldorfer hielt seine Kelle in die Schussbahn und fälschte die Scheibe ab. Nur flog diese nicht, wie üblich, zur Seite oder am Tor vorbei. Der Puck nahm an Höhe auf und flog über dem heimischen Goalie ins Tor. Auch diese Tore muss ein Titelanwärter machen können. Die IceTigers waren in den ersten zehn Minuten klar besser und hätten mit Patrick Reimer den Spielstand erhöhen können. Stattdessen löste Kevin Marshall die Torhymne im ISS DOME aus. Marshall nutzte aus, dass Niklas Treutles Sicht verdeckt war und netzte zum 1:1 – Ausgleich ein.

Wie vielehabensinn fürmeinungs-freiheit_ (2).png
Keine freie Sicht für Niklas Treutle! [Foto: Bianca Ebenhöch]
THINKOUTSIDETHEBOX (30).jpg

Beim zweiten Drittel muss ich lange überlegen, wie ich Euch das klar mache. Da andere Kollegen meinen, Marten Laciny (Marteria) für die Spielweise der bengalischen Tiger verantwortlich machen zu müssen, sehe ich mich gezwungen, ebenfalls nach dem End Boss zu suchen. Nach dem zweiten Drittel hätte die komplette Mannschaft von Rob Wilson in Amy’s Weinhaus einkehren können. So schön verstrahlt vom Start ins Spiel, hoben die Spieler der Düsseldorfer EG ab zum Mars und spielten die Ice Tigers einfach an die Wand. Man kann von Glück reden, dass das Spiel in dieser Phase keine Entscheidung gefunden hat. Tom Gilbert, Brandon Segal und Dane Fox blieben die einzigen Tiger mit nennenswerten Aktionen, während Niklas Treutle tat, was er konnte. Er hatte dazu genug Talent, bis auf den halbhohen Schuss von Maximilian Kammerer, der zum 2:1 für die Gastgeber traf. Das Spiel war nach dem Mittelabschnitt tatsächlich noch nicht entschieden – und Du glaubst nicht an Wunder?

THINKOUTSIDETHEBOX (31).jpg

Schade war das gesamte Spiel über nur das Verhalten einiger Fans, die ihre Stimmbänder eher negativ zum Einsatz brachten. Über die Schönheit von Niklas Treutle und Oliver Mebus müssen wir nicht streiten. Die ist nicht zu beschreiben. Das Marco Nowak ein Lump ist, lasse ich ungern unkommentiert: Mit Leo Pföderl zumindest, hat er sich beim Warm up prächtig verstanden. Einen Ratschlag habe ich für drei Männer und eine Dame im Block hinter der Strafbank dann doch: Die eigene Mannschaft freut sich auch über positiven Support. Verdient hat sich die Düsseldorfer EG das allemal.

THINKOUTSIDETHEBOX (32).jpg

Die Bescherung gab es dann aber doch noch: Taylor Aronson glich bereits nach zwei Minuten im dritten Drittel zum 2:2 aus und rettete unsere besinnliche Weihnachtszeit. Es hätte doch keiner wissen können, dass Spencer Machacek nur zwei Minuten später meint, alle unsere Träume zerstören zu müssen. Während drei von vier Eishockey Fans in Franken die Gans in die Mülltonne trugen (ja, die Zahl ist statistisch belegt, wie alles in diesem Blog), überlegten Rob Wilson und Mike Flanagan, wie sie das Spiel doch noch auf die Nürnberger Seite drehen können. Als hätte das Nürnberger Christkind die schon fast verzweifelten Schreie der 70 Nürnberger im Gästeblock erhört, klingelte es. An der Strafbank Tür zumindest, denn der Puck traf das Gestänge nicht. Erneut entschieden sich die Unparteiischen für den Videobeweis und entschieden sich leider falsch. Der Puck war hinter der Linie. So zeigt das zumindest die Perspektive von der Seite. Die Schiedsrichter griffen auf Material von oben zurück. Deshalb sahen sie nicht, dass der Puck mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Tor war. Aber auch das änderte nichts am Ausgleich. Das Nürnberger Christkind wäre nicht UNSER Christkind, wenn es nicht noch Dane Fox im Ärmel gehabt hätte. Der bekam, 22 Sekunden vor Schluss, den Puck irgendwie von Philippe Dupuis im Slot an die Kelle und überwand den Düsseldorfer Goalie zum 3:3.

Zugegeben: Die Düsseldorfer EG hätte, während Treutle auf der Spielerbank Platz genommen hatte, locker zum 2:4 einschieben können. Tat sie aber nicht.

25592062_1794178030624691_1727573392769113393_n.jpg
Niklas Treutle hält die Mannschaften in vielen Situationen über Wasser! [Foto: Birgit Eiblmaier]
THINKOUTSIDETHEBOX (35).jpg

So konnten die Ice Tigers noch einmal zeigen, dass sie es auch im Power Play draufhaben. Wieder war es Philippe Dupuis, der die Vorarbeit leistete. Leo hatte dann ganz viel Platz, ganz viel Zeit und genau den richtigen Handgelenkschuss parat: 3:4.

THINKOUTSIDETHEBOX (33).jpg

Philippe Dupuis: Unermüdlich ist er. Dupuis ist ein Spieler, der in dieser Saison definitiv über sich hinausgewachsen ist. Ob es die Geburt seines zweiten Sohnes ist, die neue übernommene Rolle in der Mannschaft, das Zusammenspiel mit Dane Fox und Brandon Segal oder alles zusammen: In Düsseldorf zeigte der ehemalige Hamburger wieder, was für ein qualitativ wertvoller Center er ist. Umso wichtiger ist es, dass er uns die nächsten Jahre erhalten bleibt.

THINKOUTSIDETHEBOX (36).jpg

John Mitchell: Selbst wenn fünf gegnerische Spieler versuchen, mit aller Kraft zu verhindern, dass Mitchell in die Nürnberger Angriffszone kommt, bleiben sie meist geschlagen. Es ist unglaublich, wie selbstbewusst und ruhig er auf dem Eis agiert. Besonders auffällig ist er nicht, seine Aktionen sind aber mit die Wertvollsten. Im Gegensatz zu seinem NHL – Kollegen aus der Abwehr, hat er sich erfreulich schnell integriert und leistet mehr als „nur einen guten Beitrag“ für das Team.

7236 (6).jpg

Die Düsseldorfer EG hat es geschafft, die IceTigers über das komplette Spiel zu fordern. Auch wenn der Start ins Spiel Nürnberg gehörte, dominierte die Heimmannschaft das zweite Drittel nahezu komplett. Am Ende kann man aber von verdienten zwei Punkten sprechen. Bevor wir alle zusammen ins neue Jahr rutschen warten noch zwei Heimspiele auf die THOMAS SABO Ice Tigers: Am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Mannheim, zwei Tage später gegen Krefeld. Kurz vor Silvester kommt es dann zum Jahres – Showdown beim Hockey Halleluja gegen München.

Den nächsten Blog gibt es dann pünktlich zu Silvester!

Und bis dahin: Frohe Weihnachten, denn am Dienstag heißt es wieder: Ich LIEBE Adler Mannheim.

THINKOUTSIDETHEBOX (25).jpg

*ohne Interview geht es natürlich nicht zurück in die Hauptstadt.

Veröffentlicht in

, ,